Erdkunde in Essen

Erdkunde-Kurse erkunden das Ruhrgebiet
Am 1.Juli war es soweit: Zusammen mit unseren Erdkundelehrerinnen Frau Kuhn und Frau Brauckmann ging es mit dem Zug nach Essen. Zunächst steuerten wir das UNESCO Weltkulturerbe Zeche Zollverein an, wo wir eine sehr eindrucksvolle Führung „Auf den Spuren des Strukturwandels“ erhielten.
Das Ruhrgebiet hat eine erstaunliche und wirtschaftlich geprägte Vergangenheit, wobei besonders der Steinkohleabbau in den Zechen der wichtigste industrielle Motor des damaligen Ruhrgebietes war. Besonders interessant ist der tiefgreifende Strukturwandel, den das Ruhrgebiet erfahren hat.
Nach der Entdeckung eines großen Kohlevorkommens hat es nur vier Jahre gedauert die gesamte Anlage „Zeche Zollverein“ zu planen, zu bauen und in Betrieb zu nehmen. 1851 wurde schließlich die erste Kohle in dem 80 Mio. Euro teuren Gebäudekomplex gefördert, 1993 wurde die Steinkohleförderung auf Zollverein eingestellt. Nach dem Ausbau der Schächte und dem Neubau der zentralen Schachtanlage (Schacht XII) war Zollverein mit einer Förderung von 12.000 Tonnen täglich die größte und leistungsstärkste Zeche des Zweiten Weltkriegs. Besonders ist hierbei, dass die geförderte Kohle auch noch nach Material und Größe sortiert wurde, um eine schnelle Weiterverarbeitung zu ermöglichen. Somit schaffte es die Kohle in nur 42 Minuten vom Schacht bis zum Eisenbahnwaggon. Heutzutage gibt es zahlreiche Veranstaltungen und Events auf dem Zechengelände, welches unter Denkmalschutz steht und 2001 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Zudem befindet sich das Ruhr-Museum in einem der zahlreichen Gebäude. Somit kann man sofort den Strukturwandel erkennen, weil die ehemaligen Industriegebäude nun u.a. für Kunst und Kultur genutzt werden. Insgesamt ist die gesamte Anlage Zollverein sehr gut erhalten.
Während unserer einstündigen Führung durften wir sogar einen fast 15kg schweren ehemaligen Presslufthammer ausprobieren, mit dem einst mühsam die Steinkohle unter Tage abgebaut wurde. Multimedial wurden ehemalige Arbeitsgeräusche in der einstigen Sieberei und im Verladebahnhof erzeugt, die uns besondere Einblicke in die harte Arbeit im Steinkohlebergbau ermöglichten. Auch der Ausblick von der Aussichtsplattform auf das ehemalige Industrieareal erwies sich als sehr lohnenswert. Wir staunten über die vielen Grünflächen. Dort, wo früher harte körperliche Arbeit verrichtet wurde, wo Staub und Kohle dominierten, hat es die Natur geschafft, ihren Platz wieder zurückzuerobern. Kleine von uns vorbereitete Impulsvorträge u.a. zur nahe gelegenen Arbeitersiedlung Hegemannshof bereicherten zusätzlich unseren Exkursionstag.
Direkt im Anschluss steuerten wir einen weiteren Standort, das im Zuge der Tertiärisierung neu strukturierte Areal „Limbecker Platz“, an. In Kleingruppen erhielten wir die Aufgabe, das sich von dort westlich befindene Gebiet bis zum Krupp-Park in Kleingruppen zu kartieren, um durch den direkten Kartenvergleich von früher zu heute den Strukturwandel hautnah vor Ort erleben zu können. Bei herrlichem Wetter mit angenehmen Temperaturen verging die Zeit wie im Fluge.
Wir möchten uns ganz herzlich bei unseren Kurslehrerinnen Frau Kuhn und Frau Brauckmann bedanken, die diesen für uns sehr informativen Exkursionstag auf die Beine gestellt haben. Es war ein toller Exkursionstag, an den wir sicherlich noch lange zurückdenken werden!
-Q1-

School meets science in Berlin

School Meets Science 2018/19 – Berlin

Im Rahmen des Projektes „School Meets Science“ waren wir vom 14. bis 16. Juni 2019 mit dem Einstein-Gymnasium aus Rheda Wiedenbrück in Berlin. Der Aufenthalt begann am Freitag mit einer interessanten Führung durch den Bundestag mit anschließender Gesprächsrunde mit einem Vertreter der Abgeordneten Elvan Korkmaz von der SPD. Danach konnten wir in Kleingruppen Berlin erkunden. Der darauf folgende Tag begann zum Thema 1989-2019 30 Jahre Mauerfall, in Begleitung der Schulleiterin Frau Kleist sowie Frau Schumann, zunächst an der East-Side-Gallery mit anschließendem Besuch der Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße. Danach konnten wir den Nachmittag selbst gestalten, bevor wir am Abend an der langen Nacht der Wissenschaften (LNdW-Berlin) teilgenommen haben. Nach Interessen haben wir uns in verschiedene Stadtteile begeben. Dort hatten wir die Möglichkeit in den verschiedensten Wissenschaftseinrichtungder FU, TU bzw. der Charite, interessante Gespräche zu führen und einige neue Dinge zu lernen. Abgeschlossen wurde der Abend mit einem informativen und lustigen „Future Slam“, bei welchem in je 10 Minuten neue Erkenntnisse vorgestellt worden sind. Am Sonntag haben wir die vielfältigen Eindrücke Revue passieren lassen und sind zurück nach Bielefeld gefahren.

Schlussendlich kann man sagen, dass es für uns eine sehr spannende und informative Fahrt war, die definitiv weiterzuempfehlen ist.

Mats, Rasmus, Dennis, Ilias, Lisa, Georgina, Nora, Valentin, Magnus (Q1)

Zu Besuch im Pianohaus

Klasse 5b im Pianohaus Kemp.

Haben alle Klaviere 88 Tasten? Welche Länge haben die Flügel- Saiten? Wie sieht der Weg zwischen dem Anschlag einer Taste und dem fertigen Ton aus?

Ganz viele Fragen stellten wir uns auf dem Weg zum Pianohaus Kemp an der Jöllenbecker Str. Im Rahmen des Musikunterrichts mit Frau Eicher haben wir eine Möglichkeit bekommen, die Klavierwerkstatt im Hause Kemp zu besichtigen.

Nach einem kurzen Fußweg wurden wir ganz freundlich von den Mitarbeitern in Empfang genommen.

In der Werkstatt stand ein großer Konzertflügel aus der Philharmonie Herford.

Spannend war, dass die Tasten und deren Mechanik waren nicht im Flügel sondern lagen auf dem Arbeitstisch. Uns wurde erklärt warum. Endlich konnten wir ganz genau sehen wie so eine Taste und ihr inneres Leben aussieht und funktioniert. Jeder von uns hat eine Hammermechanik und einen Dämpfer in die Hand zum anschauen bekommen.

Eine Stunde lang durften wir die Klavierwelt erkundigen. Diese Stunde war leider viel zu schnell vorbei.

Am Ende haben alle Schülerinnen und Schüler einen echten Klavierhammer geschenkt bekommen und wir haben uns gut gelaunt auf den Weg zur Schule gemacht.

Vielen Dank an das Pianohaus Kemp für den schönen Besuch!

Klasse 5b

Musikfreizeit 2019

Wie auch im letzten Jahr sind mehrere Musikensembles des Max-Planck-Gymnasiums auf die Wewelsburg gefahren, um an ihrem musikalischen Repertoire zu arbeiten. Vom 11. bis zum 13. März verbrachten die Streicher, die Bläser, der Unter -und der Oberstufenchor (Schüler der Klassen 5- Q 2 mit ihren Leitern Frau Beckmann, Herr Redecker, Frau Kuhn, Frau Schwager) dort eine intensive Probenfreizeit.
Bei und außerhalb der Proben gab es eine Menge Spaß und etwas Verrücktheit: Es wurde viel getanzt (wie Cha-Cha-Cha, Rumba, Square Dance, sogar ein barockes Menuett), abends wurde gemeinsam gesungen, viele Spiele wurden gespielt und ein besonderes Highlight war der „bunte“ Abend. Dort stellten alle Schüler in gemischten Gruppen Märchen in umgeschriebenen Versionen vor. So rappte „Rappunzler“ beispielsweise von den Problemen langer Haare und Hänsel und Gretel wurden Diebe bei MediaMarkt. Danach gab es noch mehrere Challenges, bei denen die Gruppen Punkte holen konnte. Als Preis gab es Medaillen und Süßigkeiten. Das Schöne war, dass man viel mit anderen zu tun hatte, die man vorher noch nicht gekannt hat. Man hatte so die Gelegenheit, außerhalb der Proben neue Leute kennen zu lernen, die alle unterschiedlich alt waren und alle unterschiedliche Interessen hatten. Aber die Musik verbindet also wirklich Leute!
Der Abschluss der Reise war ein gemeinsames Konzert: Jedes Ensemble hat ein -bis zwei Stücke vorgespielt, die auf der Fahrt erarbeitet worden sind. Die Ergebnisse waren sehr bewundernswert, vor allem, wenn man bedenkt, dass die Stücke innerhalb einer so kurzen Zeit erarbeitet worden sind. Nach dem Konzert wurde dann noch gemeinsam gegessen und dann ging es zurück nach Bielefeld.
Ein großer Dank geht an den Förderverein, der uns die Busfahrt finanziert hat und natürlich die betreuenden Lehrkräfte, die das alles ermöglicht haben.
Es war trotz des schlechten Wetters eine wirklich gelungene Musikfreizeit und wir freuen uns schon alle auf die nächste.

Klasse 5e zu Besuch im Marta

Die Klasse 5e besucht das Marta in Herford

Als wir am Marta angekommen sind, hat uns eine nette Frau schon vor der Öffnungszeit hereingeführt. Wir wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Dann wurden wir in ein Forum geführt. Der Museumsführer hat uns etwas über das Marta erzählt und wir haben die Räume beschrieben (z.B. ob sie rund, eckig, tief oder hoch waren). Dann sind wir nach draußen gegangen und haben uns das alte und das neue Gebäude angeschaut. Danach sind wir in die Galerie gegangen und haben uns Teile aus den Weltausstellungen angeschaut. Dann haben wir eine 3D-Brille bekommen und uns damit ein 3D-Bild an der Wand angeschaut. Danach sind wir in das Atelierhaus gegangen und haben uns erklären lassen, dass der Architekt Frank Gehry sich von zerknülltem Papier für seine Architekturentwürfe hat anregen lassen. Wir haben das auch ausprobiert und dann auf einer Pappe mit unterschiedlichem Material versucht, das Papier möglichst ähnlich nachzubauen. Wir hatten dafür einen Locher, Fils, Pappe und bunten Draht. Nachdem wir ungefähr 1 1/5 Stunden daran gearbeitet hatten, wurden einige von uns von einem freundlichen Kameramann zu dem Tag im Marta befragt. Ganz zum Schluss haben wir unsere Kunstwerke der ganzen Klasse angeschaut. Es war ein ganz toller Tag im Marta mit unserer Klasse.

Es hat uns Spaß gemacht und wir haben viel gelernt.

Luise W. und Lara W. (5e)

Prix des lycéens allemands

Fahrt zur Landesjury des „Prix des Lycéens“
„Une fille de… „, „La maraude“, „Un détective très très très spéciale“ oder doch „Dans la forêt de Hokkaido“? In Vorbereitung auf die Teilnahme an der Landesjury hat der LK Französisch diese vier aktuellen französischen Jugendbücher gelesen, vorgestellt und eingehend diskutiert, welches Buch aus ihrer Sicht den diesjährigen „Prix des lycéens allemands“ erhalten soll.
Die Wahl des Kurses fiel auf „Une fille de… “ von Jo Wittek, das aus der Perspektive eines jungen Mädchens, Hannah, erzählt ist, die als Tochter einer Prostituierten mit vielen Ausgrenzungserfahrungen zu kämpfen hat. Mit Manuel Michael Valdez als einstimmig gewähltem Vertreter des Max-Planck-Gymnasiums machte sich der LK am 21.2.2019 auf den Weg nach Düsseldorf. Im Institut français trafen wir dort mit Vertretern und Vertreterinnen von 20 weiteren Schulen aus ganz NRW zusammen, um in zwei Juryrunden das Buch auszuwählen, das für NRW bei der Bundesjury auf der Leipziger Buchmesse ins Rennen gehen sollte. Auch hier machte der Roman „Une fille de… “ mit deutlicher Mehrheit das Rennen.
Manuel schaffte es bereits in der ersten Juryrunde zu überzeugen und wurde in der zweiten Juryrunde in einer knappen Abstimmung zum stellvertretenden Repräsentanten des Landes NRW gewählt. Auch wenn es daher diesmal wohl nicht zur Buchmesse nach Leipzig geht, war es für alle Beteiligten, die natürlich begeistert mitgefiebert haben, eine spannende Erfahrung, die einen Einblick in die aktuelle französischsprachige Literatur eröffnet hat. Da kam das Buchgeschenk des Institut français an alle Beteiligten genau passend: mit „Tout doit disparaître“ ist für weiteren spannenden Lesestoff gesorgt.

Erdkunde-Exkursion nach Münster

Erdkunde-Exkursion nach Münster – Auf den Spuren der nachhaltigen Stadtentwicklung

Bei strahlendem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel hieß unser Exkursionsziel zusammen mit Frau Kuhn und Herrn Höhne am 21. Januar Münster. Wir, die beiden Erdkunde-Q2-Kurse, waren bestens gelaunt trotz der draußen doch sehr frostigen Temperaturen.

Der erste Exkursionsteil führte uns in Münsters Süden, in die Weißenburgsiedlung. Diese seit 2001 bestehende und stetig erweiterte Siedlung ist komplett autofrei und liegt im Stadtteil MS-Geist. Unter dem Gesichtspunkt der nachhaltigen Stadtentwicklung nahmen wir zunächst eine Ortsbegehung in Kleingruppen vor. Im Anschluss daran erhielten wir die Möglichkeit eine Expertin vor Ort zu befragen, die uns gleichzeitig auch umfassend über das Leben in der autofreien Wohnsiedlung informierte. Bei dieser Gelegenheit dachte so mancher daran, doch vielleicht häufiger oder auch ganz auf das Auto zu verzichten. Direkt danach machten wir einen Abstecher zum ‚Grünen Grund‘. Diese noch fast in unveränderter Form bestehende Wohnsiedlung entstand in Anlehnung an die englische Gartenhausbewegung. Sie zeichnet sich durch große Grünflächen, Spiel- und Sportplätze sowie durch eine einheitliche Häuserbebauung aus, die vor allem für weniger bemittelte Menschen sowie für kinderreiche Familien gedacht war.

Dank des gut ausgebauten Busverkehrsnetzes innerhalb Münsters erreichten wir auch sehr schnell unseren nächsten Exkursionsstandort, den Stadthafen von Münster. Nur unweit des historischen Stadtkerns am ‚Kreativkai‘ des Stadthafens I konnten wir die aktuellste städteplanerische Maßnahme der Domstadt nachvollziehen in Form einer von uns selbstständig durchgeführten Kartierung in Kleingruppen unter dem Thema „Der Hafen von Münster – Vom Industriestandort zur Szenemeile“. Die Gebäude direkt am Wasser wurden besonders genau unter die Lupe genommen sowie die damalige und heutige Nutzung herausgestellt. Der Strukturwandel von einem Hafen, der hauptsächlich zur Kohleanlieferung genutzt wurde, zu einem, in dem Szenekneipen und viele Büros zuhause sind, wurde deutlich sichtbar.

Unser Fazit: Ein gelungener und lehrreicher Tag, der auch dank des schönen Wetters für eine gute Stimmung sorgte!

Wagner in Minden

Den Göttern dämmert es

Am Montag, den 3. September, fuhr der Vokalpraktische Kurs der Q 1 mit Frau Schwager nach Minden. Dort besuchten wir im Stadttheater Minden, die Generalprobe der Oper „Götterdämmerung“ von Richard Wagner. Dieses Stück ist der vierte Teil, das Finale der Opernreihe „Der Ring des Nibelungen“. Es hatten sich noch einzelne Ex-MPG-Schüler, wirkliche Wagner-Fans, angeschlossen.
Es geht um den Volksheld der deutschen Sage, Siegfried, der aufbricht, um neue Abenteuer zu erleben. Dabei besucht er die Giebichungen, Götter, die im Rhein leben (Gutrune, Gunther und deren Halbbruder Hagen). Womit er allerdings nicht gerechnet hat, ist dass er einen Vergessenstrank bekommen würde, die ihn seine Geliebte, Brunhilde vergessen lässt. Viele Verwicklungen – am Ende ist dies Hagens Plan, der nicht nur Siegfried umbringt, sondern insgesamt der eindeutige Bösewicht in diesem Stück ist.
Danach spitzte sich alles zu, und alle Probleme kommen zusammen. Die Gier der Menschen und Götter nach der Macht des Rings ist so groß, dass der Sitz der Götter Walhalla in Flammen aufgeht, die Erde droht unterzugehen.
Wir gehen ja immer wieder in Opernaufführungen ins Stadttheater Bielefeld. Dieser Tag war mit einer Aufführungsdauer von 4,5 h dann schon sehr besonders.
Die Oper war schön inszeniert, und die Musik war sehr schön. Vor Allem im letzten Aufzug gab es viele Momente, die dank der Musik und des Gesangs großartig waren. Trotz der erheblichen Länge von ca. 4,5 Stunden, haben wir erkannt, weswegen der „Ring des Nibelungen“ so bekannt ist. Die Sänger konnte man über weite Strecken sehr gut verstehen (die Männer noch besser als die Frauen) und es war interessant, das Orchester auf der Bühne zu sehen.

Herzlichen Dank an den Förderverein, der die Bahnfahrt finanziert hat.
Es war eine tolle (wenn auch lange) Exkursion und wir hoffen, dass die nächsten Ausflüge mit dem Vokalpraktischen Kurs auch so gut werden.
Elisabeth Burow

Fahrradtour durch das Ruhrgebiet

Erdkunde-Fahrradexkursion durchs Ruhrgebiet
Am 18.6.2018 unternahmen wir, d.h. die 2 Q1-Erdkundekurse, mit unseren leitenden Lehrkräften Frau Kuhn und Herrn Höhne eine Fahrradexkursion durch eine der in der Vergangenheit wichtigsten Industrieregionen Deutschlands, durch das Ruhrgebiet. Das Ruhrgebiet hat eine erstaunliche und wirtschaftlich geprägte Vergangenheit, wobei besonders der Steinkohleabbau in den Zechen der wichtigste industrielle Motor des damaligen Ruhrgebietes war. Besonders interessant ist der tiefgreifende Strukturwandel, den das Ruhrgebiet erfahren hat. Noch in diesem Jahr schließt die letzte Zeche – Prosper Haniel in Bottrop, die wir natürlich auch mit unseren Fahrrädern ansteuerten. Weitere Ziele unserer Tour waren die Zeche Zollverein Essen, die Gartenstadt Welheim, das CentrO in Oberhausen und auch der Landschaftspark Duisburg-Nord. Diese ausgewählten Beispiele waren gut dafür geeignet, den Strukturwandel des Ruhrgebiets zu erkennen. Los ging es an der Radrevierstation an der Zeche Zollverein in Essen, die wir nach einer eineinhalbstündigen Zugfahrt erreichten. Nachdem wir unsere Fahrräder ausgeliehen hatten, gab es eine kurze Wegbesprechung. Zu Beginn unserer Fahrradtour bekamen wir gleich die ersten grundlegenden Informationen über die Geschichte der Zeche Zollverein in Form eines Kurzvortrages: Nach der Entdeckung eines großen Kohlevorkommens hat es nur vier Jahre gedauert die ganze Anlage zu planen, zu bauen und in Betrieb zu nehmen. 1851 wurde schließlich die erste Kohle in dem 80 Mio. Euro teuren Gebäudekomplex gefördert. Nach dem Ausbau der Schächte und dem Neubau der zentralen Schachtanlage (Schacht XII) war Zollverein mit einer Förderung von 12.000 Tonnen täglich die größte und leistungsstärkste Zeche des Zweiten Weltkriegs. Besonders ist hierbei außerdem, dass die geförderte Kohle auch noch nach Material und Größe sortiert wurde, um eine schnelle Weiterverarbeitung zu ermöglichen. Somit schaffte es die Kohle in nur 42 Minuten vom Schacht bis zum Eisenbahnwaggon. Heutzutage gibt es zahlreiche Veranstaltungen und Events auf dem Zechengelände, welches mittlerweile unter Denkmalschutz steht und 2001 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Zudem befindet sich das Ruhr-Museum in einem der Gebäude. Somit kann man schnell den Strukturwandel erkennen, weil die alten Gebäude teilweise für neue Zwecke genutzt werden. Außerdem ist die gesamte Anlage sehr gut erhalten. Unser nächster Standort bildete eine typische Bergarbeitersiedlung (Hegemannshof), die wir über die Radroute Nordsternweg, einer ehemaligen Bahntrasse, erreichten. Wir konnten deutlich erkennen wie eng die einzelnen Häuser aneinandergereiht waren und wie wenig Platz die einzelnen Bewohner zum Leben hatten.
Die nächsten Standorte, die wir ansteuerten, waren der Rhein-Herne-Kanal, die Emscher und der Nordsternpark in Gelsenkirchen. Der Rhein-Herne-Kanal diente als Transportweg für die Steinkohle. Heutzutage wird der Kanal nur noch wenig zu industriellen Zwecken und stattdessen mehr für den Freizeitverkehr genutzt. Des Weiteren fuhren wir bei sehr angenehmen Temperaturen an mehreren ehemaligen Zechen vorbei, von denen die Zeche Nordstern vor Jahren als Ausführungsort der Bundesgartenschau diente. Auch hier konnten wir bestens erkennen, welche Veränderungen im Ruhrgebiet stattgefunden haben und wofür man die verlassenen Zechen heutzutage nutzen kann. Gut gelaunt fuhren wir weiter zum Tetraeder Bottrop. Diese Landmarke, eine Stahlkonstruktion, die einer 3-seitigen Pyramide ähnelt, liegt auf einer 90m hohen Halde. Einige von uns erklommen den Gipfel zusammen mit Herrn Höhne sogar mit dem Fahrrad in mehreren Serpentinen. Wir anderen stiegen zusammen mit Frau Kuhn die über 200 Stufen bis zum Aussichtsplateau hinauf. Nach einem einigermaßen anstrengenden Aufstieg oben angekommen („Das schaffen wir jetzt auch noch!“) wurden wir mit einer grandiosen Aussicht belohnt. Wir genossen die wunderbaren Ausblicke auf die Landschaft rund um Bottrop. Nach einer erholsamen Pause fuhren wir weiter zum CentrO, wo wir uns in der Coca-Cola-Oase stärkten. Nach dieser kurzen Pause ging`s auch schon weiter, so dass wir letztendlich unser Exkursionsziel, den Landschaftspark Duisburg-Nord (LaPaDu) erreichten, in welchem sich mehrere Industriedenkmäler befinden, in denen zu Hochzeiten 1300 Menschen gearbeitet haben. Wir blickten direkt auf den Hochofen. 1000t Roheisen wurden damals in dem Hochofen täglich produziert und es dauerte sechs bis acht Stunden bis das oben eingefüllte Koks unten als flüssiges Roheisen herauskam. Heute gibt es neben dem für Besucher (fast) jederzeit zugänglichen Hochofen auch noch einen Kletterpark, eine Open-Air Bühne und in dem ehemaligen Gasometer der Anlage ein Tauchersportzentrum mit spannender Unterwasserlandschaft. Somit wurde auch in Duisburg nach einer Gelegenheit gesucht, die Flächen der geschlossenen Anlage sinnvoll zu nutzen, um so quasi den sektoralen Strukturwandel zu durchlaufen. Nach diesem letzten kurzen Vortrag zum LaPaDu war die Zeit gekommen unsere Fahrräder abzugeben und die Heimfahrt anzutreten.
Unsere stolze Bilanz: 10 Standorte und 32 km in nur 5 Stunden! Und dazu noch ganz viele glückliche Gesichter!
Insgesamt war die Fahrradexkursion durch das westliche Ruhrgebiet, von allen bezeugt, ein voller Erfolg mit Wiederholungsbedarf! Bei richtig guter Stimmung haben wir viel über das Ruhrgebiet gelernt und konnten seine Entwicklung mit eigenen Augen sehen, nachvollziehen und erkunden. Unser Dank gilt besonders unseren Lehrern Frau Kuhn und Herrn Höhne für die tolle Planung, Organisation und Durchführung! Wir waren uns einig: Es war für uns alle ein richtig tolles Erlebnis!
Lasse Knodel, Q1

 

Erdkunde-Exkursion ins Rheinische Braunkohlerevier

Braunkohle so weit das Auge reicht! – Erdkunde-Exkursion ins Rheinische Braunkohlenrevier
Am Donnerstag, den 14. Juni 2018 fuhren wir, d.h. die beiden EF-Erdkunde-Kurse, zusammen mit unseren Erdkundelehrerinnen Frau Brauckmann und Frau Kuhn zum Braunkohletagebau Garzweiler II ins Rheinisch-Westfälische Braunkohlenrevier nahe Köln. Nach der Ankunft im Tagebau Garzweiler II bekamen wir von einer RWE-Besuchsdienstmitarbeiterin eine einführende Präsentation in das Thema „Braunkohletagebau“. Braunkohle ist einer der wichtigsten und günstigsten Energieträger Deutschlands und entstand im Tertiär, vor ca.25 Mio. Jahren, indem organische Stoffe im Moor unter extrem hohem Druck und bei Luftabschluss über Millionen Jahren lagerten. Es werden jährlich durchschnittlich 180 Mio. Tonnen Braunkohle gefördert, die ca. 15% des gesamten deutschen Energiebedarfs decken. Das Rheinische Braunkohlerevier ist das ertragreichste der deutschen Braunkohlereviere. Es wird geschätzt, dass im Rheinischen Braunkohlerevier rund 30 Mrd. Tonnen Braunkohle lagern, von denen aber aus Kostengründen lediglich 3% gefördert werden können. Bei zu tief liegenden Kohleschichten ist die Förderung nicht mehr rentabel. Anschließend fuhren wir durch den Tagebau auf extra für den Tagebau angelegten Straßen. Das Erste, was wir zu sehen bekamen, waren ein riesiger Schaufelradbagger, mit ca. 240m Länge und 96m Höhe, der kleinste seiner Art und 13500 Tonnen schwer! Eine Schaufel hat ein Fassungsvermögen von 3,5 Tonnen! Sehr beeindruckend! Während der Fahrt zu einer Aussichtsplattform sahen wir neben unserer Fahrstrecke Kilometer lange Förderbänder. Wir erfuhren, dass diese Bandanlagen zusammen mit dem Schaufelradbagger essenziell für den Braunkohleabbau sind und sie unter kompletter Selbstversorgung laufen. Jährlich werden in Garzweiler bis zu 35-45 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert. Die Braunkohle aus Garzweiler wird zu 90% zur Stromerzeugung verwendet, und teilweise wird die Kohle per Förderband direkt zum Kraftwerk befördert. Die restlichen 10% werden genutzt, um Aktivkohlefilter für die Trinkwassergewinnung oder Grillkohle herzustellen. Natürlich werden nicht nur Braunkohle, sondern auch andere Erdschichten abgebaut. Dieser Abraum wird aufgehäuft und anschließend zur Rekultivierung des Gebiets verwendet. Ein Großteil wurde mit abgepumptem Grundwasser, was sonst in den Tagebau gelaufen wäre, künstlich beregnet, damit die Staubentwicklung eingedämmt wird. Vom Skywalk Jackerath hatten wir einen fantastischen Überblick über den gesamten Tagebau und konnten erstmals das gesamte Ausmaß- mehrere Kilometer in Nord-Süd- und auch in Ost-West-Ausdehnung – betrachten. Braunkohle so weit das Auge reicht! Viele Menschen mussten in den letzten Jahren aufgrund des Fortschreitens des Tagebaus umgesiedelt werden. Bei der Durchfahrt mit unserem Bus konnten wir uns selbst ein Bild von dem neuen Umsiedlungsort Kaster und der rekultivierten Umgebung von Alt-Kaster machen. Unsere Erdkunde-Exkursion war insgesamt ein spannendes, vielfältiges und informatives Erlebnis, welches uns vor Augen geführt hat, wie aufwändig die Energieerzeugung eigentlich ist und dass wir nun Strom nicht mehr als so selbstverständlich ansehen sollten. Vielen Dank an Frau Brauckmann und Frau Kuhn für diese tolle Erfahrung!
Iman Ayech & Susanne Ngyuen, EF