VP geht in die “Walküre”

Am 20.09.2016 findet für die Schülerinnen und Schüler des Vokalpraktischen Kurses kein regulärer Unterricht statt, sondern ein Opernbesuch in Minden.

Zusammen mit ihrer Lehrerin Frau Schwager schauen sie sich in einer Schülervorstellung „Die Walküre“ von Richard Wagner an. Die Veranstaltung dauert von 11 bis 16 Uhr, ganze fünf Stunden. Überhaupt möglich ist die Fahrt, weil dankenswerter Weise der Förderverein die Fahrtkosten übernommen hat.

Seit 2015 engagiert sich der Richard-Wagner-Verband Minden unter der Leitung von Dr. Jutta Hering-Winckler, jeweils ein Stück der Ringsage auf die Bühne des Stadttheaters Minden zu bringen. Die Regie führt Gerd Heinz.

Es ist die zweite Oper aus dem „Ring des Nibelungen“, ein von Wagner komponierter Opernzyklus über vier Opern. Basierend auf der Nibelungensage bestehen alle vier Aufführungen aus etwa 16 Stunden Musik über den verfluchten Ring aus dem wertvollen Rheingold und dem Helden Siegfried mit seiner Liebe zur Walküre Brünnhilde.
Die Walküre gehört noch zur Vorgeschichte Siegfrieds. Siegmund sucht in einer fremden Hütte Schutz. Es stellt sich heraus, dass Hunding, der Hausherr aus einer verfeindeten Sippe stammt und gleichzeitig derjenige ist, der vor Jahren Siegmunds Schwester Sieglinde verschleppte und ehelichte. Obwohl Siegmund unbewaffnet ist, muss er am nächsten Morgen gegen Hunding kämpfen. Zum Glück kann er das Schwert Notung aus einem nahen Baum ziehen, was noch niemandem vor ihm gelungen ist. Zwar macht ihn dies zum Auserwählten des Gottes Wotan, allerdings verliebt er sich in seine Schwester und schläft mit ihr. Die Inzucht erzürnt Fricka, Wotans Frau, und Wotan verspricht, Siegmund zu bestrafen. Er gibt seiner liebsten Tochter, der Walküre Brünnhilde, den Auftrag Hunding zu beschützen. Hunding kann mit Wotans Hilfe Siegmund besiegen, obwohl Brünnhilde ihrem Vater in den Rücken fällt und dem Geschwisterpaar hilft. Als Strafe wird sie menschlich und muss den nächsten Mann ehelichen, der ihr begegnet. Sie schläft, umringt von einem großen Feuer.

Die Nordwestdeutsche Philharmonie überzeugt mit großartiger Musik unter der Leitung von GMD Frank Beermann, trotz großer Platzprobleme auf der kleinen Bühne. Da es keinen Orchestergraben gibt, muss das Orchester hinten auf der Bühne sitzen, abgeschirmt von einem durchsichtigen Vorhang, auf dem der Bühnenhintergrund von den Lichteffekten Matthias Lipperts inszeniert wurde.

Auch der Rest des Bühnenbildes ist nur angedeutet. Die Kulissen wechseln von Aufzug zu Aufzug, immer bleibt aber ein großer, selbstleuchtender Ring und Muster wie Stacheldraht.

An den Kostümen wurde kein bisschen gespart. Es gibt sowohl schöne Kleider als altertümliche Umhänge. Die Hauptdarsteller Magdalena Anna Hofmann (Sieglinde), Thomas Mohr (Siegmund), Dara Hobbs (Brünnhilde), Renatus Mészár (Wotan), Kathrin Göring (Fricka) und Tijl Faveyts (Hunding) überzeugen vor allem in den schwierigen Stellen, manche Monologe wurden aber leider etwas lang.

Trotzdem hat sich der Opernbesuch wirklich gelohnt. Frau Schwager ist stolz auf ihre Schüler, denn obwohl die Oper lang und kompliziert ist, haben alle Schüler sehr gut durchgehalten. Am Ende waren der Applaus und die Begeisterung für dieses besondere Erlebnis groß.

* Klara Esch, Q2